Das Spritzgießen von Elastomeren (Gummi) erfolgt auf Schneckenspritzgießmaschinen. Elastomere können in Form von rieselfähigen Pulvern oder bandförmig von einer speziellen Förderschnecke, die wenig Scherung in die plastifizierte Masse einbringt, eingezogen werden. Der Zylinder wird meist mit einer Flüssigkeit temperiert, um Überhitzungen zu vermeiden. Die Verarbeitung-stemperatur liegt bei ca. 70°C, um ein Vulkanisieren im Zylinder zu unterbinden. Von den genannten Besonderheiten abgesehen, verläuft der Spritzgießvorgang prinzipiell ähnlich dem beim Thermoplast-Spritzgießen (Kunststoff-Spritzguss).
Die Schnecke knetet und mischt die Formmasse, die dadurch homogen aufbereitet wird. Dadurch lässt sich z.B. gegenüber dem Pressen, bei dem durch die Wärmezufuhr von außen eine inhomogene Temperaturverteilung entsteht, eine Qualitätsverbesserung der hergestellten Formteile erzielen.
Der grundlegende Unterschied zwischen der Verarbeitung von Elastomeren (z.B. Naturkautschuk) und Thermoplasten (z.B. Polyproplylen) auf Spritzgießmaschinen zeigt die Temperaturverteilung in der Maschine. Bei Thermoplasten ist die Schnecke relativ heiß um Material zu schmelzen. Das Werkzeug hingegen ist relativ kalt um das gerade entstandene Formteil abzukühlen. Die Formstabilität ist durch das Unterschreiten der Erweichungstemperatur gegeben. Bei Elastomeren ist die Schnecke relativ kalt. Das Werkzeug jedoch heißer um die Vulkanisation (Vernetzung/Formgebung) zu ermöglichen.